Dieser sonnige erste Novembertag hatte mehr verdient, als das, was die 22 Akteure im Derby zwischen dem TSV Ottersberg und dem Rotenburger SV heute gezeigt haben. 1:1 nach 90 wenig runden Minuten so das Ergebnis in Zahlen.

Die Ottersberger waren von vornherein auf Torverhinderung aus und hofften vorne ausschließlich auf die Läufe ihres starken Stürmers Edson. Rotenburg hingegangen tat sich  - obwohl die deutlich aktivere Mannschaft - schwer, gefährlich vor das Tor der Gastgeber zu kommen. Ein Beispiel für den Spielverlauf bietet das 1:0 für den TSV Ottersberg: Eine schwach getretene RSV-Ecke wird ins linke TSV-Mittelfeld zu Edson abgewehrt, der dreht sich geschickt um den zu stürmisch heranpreschenden Andy Kiel und marschiert. Vor 16er zieht er nach innen und knallt den Ball aus 18 Metern in den Winkel.  Nur 5 Minuten später verpasst Ottersberg nach einem zweiten Konter über die rechte Seite nachzulegen. 

Danach fand der Gastgeber jedoch auch fast eine Stunde kaum mehr statt. Vielmehr trat ein anderer in den Vordergrund: Schiedsrichter Bastian Mertel. Zunächst beließ er den Ottersberger Keeper Tim Eggert auf dem Platz, obwohl dieser den durchgestarteten Patrick Brillowski von den Beinen trat. Eine rote Karte wäre hier sicherlich "zu vertreten gewesen". Verpuffte der fällige Freistoß anschließend noch, so kam der RSV nach einem klugen Pass von Tim Ebersbach in der 36. Minute dann doch zum Ausgleich. Patrick Peter traf mit rechts aus 20 Mete rn in den Winkel. 

Kurz vor der Pause konnte Attila Iscan in der Mitte die Ottersberger Abwehrreihen durchbrechen. Innenverteidiger Andre Geisler rang ihn jedoch gekonnt, aber regelwidrig zu Boden. Dieses Mal blieb Mertel nichts anderes übgrig, als den Ottersberger vom Platz zustellen.  Mit 1:1 und 10:11 ging es somit in die Pause.

Aus der Pause kommend agierten die Gastgeber verständlicherweise noch defensiver und der RSV tat sich weiterhin schwer. Statt vorn zu klaren eigenen Chancen zu kommen,  eröffnete die RSV-Defensive durch unnötige Ballverluste den Ottersbergern mehrere gute Konterchancen. Andy Kiel, zwei taktische Foulspiele durch Drewes und Niestädt (jeweils gelb) sowie in der 90. Minute auch die Latte retteten für den RSV.

Fazit: Obwohl der RSV über die gesamte Spielzeit die aktivere Mannschaft war, hinkt die Mannschaft den Erwartungen noch hinterher. Ein Auswärtspunkt im Derby ist zwar grundsätzlich in Ordnung, auch weil Ottersberg um jeden Meter Platz erbittert gekämpft hat. Für "grundsätzlich in Ordnung" gibt es jedoch keine Preise.

 

 

Zum Seitenanfang