Ballwerner ist RSV-Anhänger durch und durch. Bei jedem Heimspiel der Herrenmannschaft sitzt der 63-Jährige im Stadion und fiebert mit seinem Team. Im Gegensatz zu den anderen Zuschauern auf derTribüne hält es ihn oftmals keine fünf Minuten auf dem Sitz. Er hat schließlich einen Job, der erfüllt werden will. Ballwerner holt die Bälle, die am Tor vorbeigehen oder die Seitenauslinie passieren. Während die Kicker auf dem Feld ersatzweise eine andere Pille in die Partie bringen, springt Werner auf und verschwindet. Er verschwindet hinter der Blechwand der Tribünenüberdachung oder andererseits im Wald und kommt erst wieder, sobald er den Ball gefunden hat. Dann lässt er das Objekt der Begierde über die Bande fallen und verfolgt wieder das Treiben auf dem Platz. „Aber ich mache noch mehr. Ich hole nicht nur Bälle", so Werner Marholz, wie er bürgerlich heißt. „Vor den Spielen verteile ich die Fahnen und pumpe die Bälle auf. Nach dem Spiel helfe ich manchmal, die Trikots zu sortieren", damit stellt er sicher, „dass die Kabine ordentlich aussieht." Aber nicht nur an Spieltagen ist Marholz auf dem Sportplatz anzutreffen. Bei den Trainingseinheiten der Oberligamannschaft und der S40 schaut er auch gerne zu und hilft, wo er kann.

Aber wie hat dieses Hobby überhaupt angefangen und wann hat es sich zu seiner Leidenschaft entwickelt? Marholz sagt, dass der Beginn seiner Tätigkeit „schon ziemlich lange" her sei. Damals fuhr er mit dem Rad in die Ahe um „Leute kennenzulernen". Aus dieser Initiative entwickelte sich schnell ein sehr zeitintensives Hobby: „Ich bin entweder zu Hause oder auf dem Sportplatz", erklärt Werner Marholz, „Ich freue mich, beim RSV zu sein! Hier sind alle sehr nett." Und die Nettigkeiten beruhen auf Gegenseitigkeit, denn Ballwerner ist auch außerhalb des Platzes höflich und grüßt stets mit einem Lächeln zurück. „Oftmals erkundigt er sich auch nach unseren Spielen. Werner fragt, wann wir wieder zu Hause spielen und wünscht uns immer Glück" erzählt eine Fussballerin des Vereins. Und wie sieht es außerhalb der Rotenburger Stadtgrenze mit seinem Interesse für das runde Leder aus? Sein Herz schlägt für den Rekordmeister aus München. Zudem sieht er sich aber auch häufig andere Spiele im Sportlerheim in der Ahe an. Doch auch hier gibt es manchmal etwas für ihn zu tun. Nach den 90 Minuten hilft Marholz, „Gläser wegzubringen" oder zu Veranstaltungen „Tische hinzustellen und am Ende wieder umzuräumen." Werner Marholz ist eine große Unterstützung. Und das Wichtigste: „Es macht mir Spaß!".

 

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