Chwolka mit Biss, Potratz mit links

Rotenburg - Von Matthias Freese. Dieses Benefizspiel lieferte so manchen Fingerzeig. Eine Halbzeit lang waren die Landesliga-Fußballer des Rotenburger SV dem Heeslinger SC aus der Oberliga leicht überlegen und führten auch nicht unverdient mit 1:0 – doch sieben Wechsel im Laufe der zweiten Halbzeit zeigten, dass der vermeintliche zweite Anzug noch nicht passt. (Bild: Freese)

Mit 3:1 siegten die Heeslinger am Ende standesgemäß. Allerdings wollten nur knapp 150 Zuschauer dieses Derby in den Morgenstunden sehen – am Ende kamen 650 Euro an Spenden für den Rotenburger Tierschutzverein zusammen. 

„Der Freistoß war schon geil“

Neben den 500 Euro Eintrittseinnahmen steuerte die Elf des RSV 100 Euro aus der Mannschaftskasse bei. Auch aus Heeslingen gab es 50 Euro extra für die Tierschützer. Paul Metternich, Marketingchef des RSV und Initiator dieses Spiels, hatte auf 1000 Zuschauer gehofft. „Wir hatten riesig getrommelt – deshalb bin ich von der Resonanz nicht begeistert, das ist zu wenig“, gestand er. Prominentester Gast war DFB-Präsident Reinhard Grindel: „Wenn er sich so engagiert, muss man auch vorbeikommen“, sagte Deutschlands oberster Fußball-Boss.

Als Chef auf dem Platz trat zunächst etwas überraschend der RSV auf, obwohl Heeslingen mit Ausnahme der Abwehr-Stammkräfte Oliver Warnke (verhindert) und Dominik Bremer (verletzt) mit einer starken Formation auflief. Beim Gastgeber spielte sich vor allem die rechte Seite in den Vordergrund – hinten mit dem bissigen und kopfballstarken Yannick Chwolka, vorne mit Jelle Röben als Unruheherd. So war es auch nicht verwunderlich, dass beide an der Entstehung der Fühung entscheidend beteiligt waren. 

Chwolka gewann hinten ein Kopfballduell, Röben war anschließend nur per Foul zu stoppen. Den Freistoß setzte Tim Potratz mit links sehenswert in den linken Winkel (42.). „Der Freistoß war schon geil“, fand auch Heeslingens Coach Hansi Bargfrede. „Die Rotenburger haben es sowieso gut gemacht, wir haben aber auch unseren Teil dazu beigetragen.“ In der Tat hätte der RSV zur Pause sogar höher führen können. Röben (3.), Jannis Niestädt (3.) und Toni Fahrner (6./7.) besaßen frühzeitig beste Gelegenheiten – von Heeslingen kam eine Halbzeit lang wenig bis nichts. 

Nur Lohmann ist beim 0:4 hellwach

Elsdorf - Von Vincent Wuttke. Das Warten auf das erste Tor in der Vorbereitung geht beim Rotenburger SV weiter. „So langsam wäre es mal Zeit“, findet auch Coach Tim Ebersbach. 

Nach drei Tests beim Blitzturnier in Lünzen haben die Landesliga-Fußballer nun auch kein eigenes Tor im ersten Gruppenspiel der Elsdorfer Pokalwochen gegen den Bremer SV erzielt – 0:4 (0:3). (Bild: Wuttke)

Gegen den Serienmeister der Bremenliga war die Elf von Neu-Coach Tim Ebersbach nur einmal richtig nah dran, den Ball in den Maschen unterzubringen. Nach zwölf Minuten tauchte Stürmer Toni Fahrner frei im Strafraum auf, Christian Ahlers-Ceglarek parierte allerdings. Damit war der Arbeitstag für den Bremer Schlussmann schon beendet.  

Rotenburger SV und Heeslinger SC kicken für den guten Zweck - Von Dennis Bartz

Rotenburg. Landesligist Rotenburger SV und Oberligist Heeslinger SC beweisen ein Herz für Tiere und treten am Sonntag, 16. Juli, zu einem Benefizspiel mit Frühschoppen zugunsten des Rotenburger Tierschutzvereins im Stadion in der Ahe an. Anpfiff ist um 11 Uhr. (Bild: Dennis Bartz)

Die gesamten Einnahmen aus dem Ticketverkauf an der Tageskasse – fünf Euro für Erwachsene und drei Euro für Jugendliche und Rentner – kommen der Tierschutzarbeit im Landkreis zugute. „Das Spiel ist ein Leckerbissen für alle Fußballfans und jeder, der ein Haustier hat, sollte kommen und damit ein Zeichen setzen“, sagt RSV-Marketingchef und Tierfreund Paul Metternich, der sich hohe Ziele gesetzt hat: „Ich will 1.000 Zuschauer im Stadion sehen. Wir werden zusätzlich eine Spendenbox aufstellen, damit wir einen hohen Betrag zusammenbekommen.“

Die Idee für das Benefizspiel ist nicht neu: Bereits seit zwei Jahren laufen die Planungen dafür – es fehlte alleine an einem Termin, der beiden Teams passt. „Jetzt hat es endlich geklappt. Es ist für mich eine Herzensangelegenheit“, freut sich Metternich, der selbst Hunde- und Katzenbesitzer ist.Bei Andreas Kurth, Teammanager des Heeslinger SC, stieß er mit seiner Anfrage auf offene Ohren: „Wir haben sofort zugesagt. Der Tierschutzverein übt eine wichtige Aufgabe aus. Wir möchten ihm helfen, besonders wegen der Turbulenzen in den vergangenen Wochen.“ Der RSV sei ein attraktiver Gegner: „Der Verein ist im Aufbruch und hat große Ziele. Das Duell hat sportlich großen Reiz.“Die beiden Trainer Tim Ebersbach (RSV) und Hansi Bargfrede (HSC) wollen den Fans ein packendes Duell mit vielen Toren liefern. Anders als im Ligabetrieb, wenn beide am liebsten zu Null spielen, sollen beim Benefizspiel vor allem die Offensivreihen im Fokus stehen. Steht der Sieger nach 90 Minuten nicht fest, treten die Spieler zum Elfmeterschießen an.„Bei dem Benefizspiel gewinnen alle: die beiden Klubs, die Fans und der Tierschutzverein“, betont Ebersbach, der sich darauf freut, mit seinem Team mitten in der Vorbereitung gegen den höherklassigen Gegner anzutreten.

Für einige seiner Spieler sei dies eine besondere Partie: „Wir haben ehemalige Heeslinger in der Mannschaft.“Regina Buchhop, Vorsitzende des Tierschutzvereins, freut sich über die „großartige Unterstützung“ der beiden Mannschaften. Sie bestätigt das Ende der Zusammenarbeit mit der Stadt Rotenburg und den Kommunen im Südkreis. Diese hatten angekündigt, künftig Tiere in Brinkum bei Bremen unterbringen zu wollen (die Rundschau berichtete). Buchhop: „Es stimmt. Wir werden keine Fundtiere mehr aufnehmen. Den Auflösungsvertrag haben wir unterschrieben. Wir hatten gar keine andere Wahl.“Dass damit jedoch auch der geplante Tierheim-Neubau endgültig vom Tisch ist, hofft sie nicht: „Wir haben noch keine Informationen darüber, ob uns die Stadt weiterhin das Grundstück bereitstellen will. Wir werden weiter alles für den Tierschutz tun und erst einmal in unser Gelände investieren. Dort ist ja lange nichts passiert.“Buchhop freut sich auf das Benefizspiel, wenngleich sich ihre Fußballbegeisterung in Grenzen hält: „Ich bin kein Fan einer Mannschaft, aber wenn Spiele laufen, gucke ich gerne zu.“ Die zierliche Frau fügt an: „Boxen liegt mir aber eigentlich mehr.“

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Dennis Bartz Dennis Bartz
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