„Oberliga ist nicht attraktiv“

Rotenburg - Mit einem Sieg im Hit gegen den FC Hagen/Uthlede würde der Rotenburger SV die Tabellenführung in der Fußball-Landesliga übernehmen. Coach Tim Ebersbach äußert sich zur aktuellen Lage und zur Oberliga. (Bild: Freese) 

Ihr Kapitän Kevin Klützke hat jüngst behauptet: „Die Tabelle lügt eigentlich nicht.“ Sehen Sie es nach mehr als einem Drittel der Saison und 27 Punkten ähnlich?

Tim Ebersbach: Nach elf Spielen kann man vielleicht wirklich nicht mehr von einer Momentaufnahme sprechen. Ich glaube, so einen Punkteschnitt gab es auch lange nicht mehr in Rotenburg.

Zumindest nicht mehr seit zehn Jahren und dem Aufstieg unter Trainer Frank Stresing. Aber wollen Sie überhaupt hoch? 

Vorsicht, Elfmetergefahr!

Rotenburg - Von Matthias Freese. Für Trainer Tim Ebersbach ist es ein „schönes Belohnungsspiel“. Kapitän Kevin Klützke ist es sogar „egal, wer herkommt“. Beim Tabellenzweiten Rotenburger SV versuchen sie vor dem ultimativen Spitzenspiel der Fußball-Landesliga jeglichen Druck abzuwehren wie eine gefährliche Flanke vor dem eigenen Kasten. „Klar haben die Jungs inzwischen den Anspruch, Platz drei bis sechs zu belegen. Aber wir haben doch keinen Druck“, betont Ebersbach vor dem Heimspiel gegen den Tabellenführer FC Hagen/Uthlede (Sonnabend, 14 Uhr). (Bild: Freese) 

Gegen Titelanwärter Hagen hat der RSV keinen der bisher vier Landesliga-Vergleiche gewonnen – zu Hause gab es stets ein 1:1. Mit einem Remis könnte Ebersbach auch jetzt gut leben. Ein Grund, um womöglich zur defensiven 4-4-2-Formation zurückzukehren und nicht wie in den vergangenen drei Halbzeiten drei Stürmer aufzubieten? Noch mauert der Coach.

Was aber auffällt: Beide Trainer sprechen im Vorfeld mit Hochachtung voneinander – und das nicht nur, weil sie im selben Unternehmen in Bremen arbeiten. Hagens Coach Carsten Werde sagt: „Wenn man vor dem RSV keinen Respekt hat, weiß ich es auch nicht. Tim hat es geschafft, eine taktisch sehr variable Mannschaft aufzubieten, die auch innerhalb eines Spiels die Systeme wechseln kann. Nach vorne ist der RSV variabel und nicht leicht ausrechenbar. Der Blick auf das Torverhältnis zeigt zudem die Defensivstärke des Teams. Es ist eine klare Struktur zu erkennen.“ 

250 Zuschauer sehen hochklassige Landesliga-Partie

Rotenburg - Von Matthias Freese. Allmählich wird es teuer für den Verein! „Wieder Punkte, wieder Prämie, RSV“, skandierten die im Kreis tanzenden Protagonisten. Auch wenn es zum Schluss noch ein Zitterspiel wurde, brachten die Landesliga-Fußballer des Rotenburger SV den 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen Oberliga-Absteiger SV BW Bornreihe über die Ziellinie. 250 Zuschauer sahen eine intensive und temporeiche Nachholpartie auf hohem Niveau. Lukas Heller sorgte mit seinem Treffer dafür, dass die Wümme-Elf Platz zwei verteidigt und es nun zum ultimativen Spitzenspiel gegen den Tabellenführer FC Hagen/Uthlede am Sonnabend im Ahe-Stadion kommt. (Bild: Freese) Toni Fahrner (vorne) sorgte für reichlich Gefahr im Bornreiher Strafraum – nur wollte der Ball nicht im Netz zappeln. Hier kommt der RSV-Stürmer vor Kevin Sammann zum Abschluss. - Foto: Freese

„Die Tabelle lügt eigentlich nicht“, stellte Kapitän Kevin Klützke fest. Und Coach Tim Ebersbach hatte seinen Mannen im Schlusskreis mitgeteilt: „Wir stehen mittlerweile auch zu Recht da oben, weil ihr einfach da seid.“ 27 Punkte aus elf Spielen sprechen ohnehin eine klare Sprache.

Keine 48 Stunden nach dem 5:3 gegen Eintracht Cuxhaven setzte Ebersbach mit Toni Fahrner, Marcello Muniz und David Airich erneut auf drei Stürmer, dieses Mal aber im 4-3-3-Verbund. „Wir wollten bewusst am Anfang intensiv spielen, um Bornreihe einzuschüchtern und unter Druck zu setzen“, erklärte der Trainer. Im Prinzip ging diese Ausrichtung auch auf – einzig mit der Chancenverwertung klappte es lange Zeit überhaupt nicht. Allein Toni Fahrner hätte die Rotenburger Dominanz zu einer Führung nutzen können (17./37./42./60.). „Das gibt‘s nicht“, wirkte der eifrige Youngster selbst ratlos.  

Zum Seitenanfang